Schutz für zwei: praktische Hinweise zu Impfungen in der Schwangerschaft

Schwangerschaft verändert vieles — den Tagesrhythmus, die Prioritäten, oft auch die Sorge um das Ungeborene. Impfungen können in dieser Zeit ein kräftiges Stück Schutz bieten, sowohl für die Mutter als auch für das Neugeborene. In diesem langen Text beschreibe ich, welche Impfungen üblich sind, welche Risiken und Nutzen abgewogen werden sollten und wie sich werdende Eltern sinnvoll vorbereiten können.

Warum Impfungen während der Schwangerschaft wichtig sind

Eine Impfung in der Schwangerschaft schützt nicht nur die Schwangere selbst vor schwerem Krankheitsverlauf, sie kann besonders in den ersten Lebensmonaten des Kindes lebensrettend sein. Antikörper, die die Mutter bildet, werden über die Plazenta auf das Kind übertragen und bieten dem Neugeborenen einen direkten Schutz, solange die eigene Immunantwort des Babys noch unreif ist.

Für einige Infektionen, etwa Keuchhusten (Pertussis) oder Influenza, ist das Risiko für schwere Verläufe bei Säuglingen hoch. Durch gezielte Impfungen in der Schwangerschaft lässt sich die Krankheitslast in den ersten Lebenswochen deutlich reduzieren. Das ist das zentrale Argument der Gesundheitsbehörden, die entsprechende Impfempfehlungen aussprechen.

Grundprinzipien: inaktivierte vs. Lebendimpfstoffe

Vereinfacht gesagt sind inaktivierte Impfstoffe in der Regel sicher in der Schwangerschaft. Dazu gehören Totimpfstoffe und mRNA-Impfungen; sie enthalten keine vermehrungsfähigen Keime und können weder Mutter noch Fötus infizieren. Aus diesem Grund zählen viele gängige Impfungen während der Schwangerschaft zu den empfohlenen Maßnahmen.

Lebendimpfstoffe hingegen enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger und werden in der Regel nicht während der Schwangerschaft eingesetzt. Beispiele sind Masern-Mumps-Röteln (MMR) und Varizellenimpfstoffe. Wird dennoch versehentlich ein Lebendimpfstoff gegeben, ist laut Expertenmeinung ein Schwangerschaftsabbruch nicht indiziert; dennoch wird die weitere Betreuung abgestimmt.

Welche Impfungen werden routinemäßig empfohlen?

In vielen Ländern stehen drei Impfungen im Mittelpunkt der Empfehlungen für Schwangere: gegen Influenza (Grippe), Pertussis (Keuchhusten) und zunehmend gegen SARS-CoV-2 (COVID-19). Diese Impfungen orientieren sich an dem möglichen Nutzen für Mutter und Neugeborenes sowie an der Sicherheit der Impfstoffe in der Schwangerschaft.

Die konkreten Zeitfenster unterscheiden sich etwas zwischen Ländern und Gesundheitsbehörden. Im Folgenden beschreibe ich die gängigsten Empfehlungen und ihre Gründe, ohne die lokalen Richtlinien außer Acht zu lassen — ein Gespräch mit der betreuenden Frauenärztin oder dem Frauenarzt bleibt wichtig.

Influenzaimpfung (Grippe)

Die saisonale Grippe kann für Schwangere schwer verlaufen, besonders in der zweiten und dritten Schwangerschaftshälfte. Deshalb empfehlen viele Gesundheitsbehörden, Schwangere gegen Influenza impfen zu lassen; während der Erkrankung steigt das Risiko für Komplikationen wie Pneumonie und Hospitalisierung.

Der ideale Zeitpunkt ist während der Grippesaison — in Deutschland wird meist die Impfung ab dem zweiten Trimester empfohlen; bei hohem Risiko kann sie auch früher verabreicht werden. Die Impfung ist ein Totimpfstoff und gilt als sicher für Mutter und Fötus.

Pertussis-Impfung (Keuchhusten)

Keuchhusten kann für Neugeborene dramatisch verlaufen; der Schutz durch Muttermilch alleine reicht nicht aus, weil die Schutzwirkung erst später aufgebaut wird. Deshalb empfehlen viele Institutionen, Schwangere in jeder Schwangerschaft gegen Pertussis impfen zu lassen.

Das günstigste Zeitfenster für die Impfung liegt meist im dritten Trimester — häufig zwischen der 28. und 32. Schwangerschaftswoche —, damit möglichst viele Antikörper an das Kind übertragen werden. Liegt eine frühe Geburt nahe, kann die Impfung bereits früher erfolgen.

SARS‑CoV‑2‑Impfung (COVID‑19)

COVID‑19 kann in der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für Hospitalisierung und Komplikationen führen. Viele nationale Gesundheitsbehörden empfehlen daher die Impfung gegen COVID‑19 für Schwangere; Impfstoffe auf mRNA-Basis werden dabei bevorzugt eingesetzt und haben sich als gut verträglich erwiesen.

Die genaue Empfehlung zur optimalen Zeit kann variieren: einige Behörden sprechen sich dafür aus, jederzeit in der Schwangerschaft zu impfen, andere geben bevorzugte Zeiträume an. Aktueller Rat zur Boosterung und zur Wahl des Präparats sollte mit dem betreuenden Team abgestimmt werden.

Weitere Impfungen, die je nach Indikation sinnvoll sind

Neben den drei Kernimpfungen gibt es eine Reihe weiterer Vakzine, die bei bestimmten Risiken oder Vorerkrankungen erwogen werden. Diese Impfungen werden individuell abgewogen und nur dort empfohlen, wo ein konkreter Nutzen besteht.

Zu diesen gehören Hepatitis‑B-, Pneumokokken‑, Meningokokken‑ und gegebenenfalls Tollwutimpfungen. Bei einem erhöhten Expositionsrisiko, etwa durch Beruf oder Reise, kann auch die Impfung gegen Gelbfieber in speziellen Fällen diskutiert werden.

Hepatitis‑B

Eine Hepatitis‑B‑Impfung ist dann sinnvoll, wenn die Schwangere ein erhöhtes Infektionsrisiko hat oder Hepatitis‑B‑Antikörper fehlen. Hepatitis‑B ist ein Totimpfstoff und kann auch in der Schwangerschaft verabreicht werden.

Bei neonataler Exposition nach Geburt gibt es zusätzlich passive Immunisierungsmöglichkeiten für das Neugeborene; der mütterliche Impfschutz reduziert das Risiko der Übertragung deutlich.

Pneumokokken und Meningokokken

Beide Impfungen kommen bei spezieller Indikation in Frage, zum Beispiel bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei erhöhter Exposition. Sie sind Totimpfstoffe und können in der Schwangerschaft verabreicht werden, wenn ein relevanter Nutzen besteht.

Die Entscheidung erfolgt üblicherweise in Absprache mit dem betreuenden Arzt, wobei individuelle Risikofaktoren und die lokale Epidemiologie berücksichtigt werden.

Tollwut

Bei einem Biss oder bei exponiertem Risiko ist eine Tollwutprophylaxe auch in der Schwangerschaft angezeigt. Hierbei handelt es sich um eine klare Indikation: unbehandelt ist Tollwut fast immer tödlich, daher ist die Impfung bei Exposition unbedingt durchzuführen.

Die Schutz- und Nebenwirkungsabwägung spricht in solchen Situationen eindeutig für das Impfen; zudem stehen Antikörperpräparate zur postexpositionellen Behandlung zur Verfügung.

Lebendimpfstoffe: wann sind sie tabu?

Impfungen in der Schwangerschaft: Empfehlungen. Lebendimpfstoffe: wann sind sie tabu?

Lebendimpfstoffe wie MMR (Masern-Mumps-Röteln) oder Varizellenimpfstoff werden in der Schwangerschaft in der Regel vermieden. Das Risiko einer Übertragung der abgeschwächten Erreger auf den Fötus ist zwar gering, dennoch gibt es die Empfehlung, Lebendimpfstoffe vorzugsweise vor einer geplanten Schwangerschaft zu verabreichen.

Wer versehentlich während der Schwangerschaft einen Lebendimpfstoff erhalten hat, sollte dies offen mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen. Die Datenlage zeigt keine generelle Indikation zum Schwangerschaftsabbruch, erlaubt aber eine individuelle Beratung und engmaschige Nachsorge.

Impfungen vor der Schwangerschaft und im Wochenbett

Idealerweise werden Impfungen, die in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden (etwa MMR oder Varizellen), vor einer geplanten Schwangerschaft aufgefrischt. Viele Frauenärztinnen und -ärzte prüfen den Impfstatus bereits bei Kinderwunsch und schließen Lücken.

Nach der Entbindung lassen sich Lebendimpfstoffe problemlos verabreichen; wer in der Schwangerschaft nicht geimpft wurde oder besonderen Schutz braucht, kann im Wochenbett nachgeimpft werden. Impfungen während des Stillens stellen in der Regel kein Problem dar.

Stillen und Impfen

Die meisten inaktivierten Impfstoffe können während der Stillzeit ohne Bedenken verabreicht werden. Einige Lebendimpfstoffe sind ebenfalls unproblematisch, da die Übertragung abgeschwächter Erreger über die Muttermilch nicht relevant ist.

Darüber hinaus profitieren gestillte Säuglinge indirekt, weil gestillte Säuglinge durch mütterliche Antikörper zusätzlichen Schutz erhalten. Bestehende Impfbedürfnisse der Mutter sollten daher auch im Wochenbett besprochen und gegebenenfalls nachgeholt werden.

Sicherheit: Nebenwirkungen und Umgang damit

Lokale Reaktionen an der Einstichstelle sowie kurzzeitiges Unwohlsein oder leichtes Fieber sind die häufigsten Nebenwirkungen. Solche Reaktionen sind meistens mild und bilden sich spontan zurück.

Ein Fieber in der Schwangerschaft sollte ernst genommen werden, besonders wenn es hoch ist oder länger anhält. Paracetamol ist das übliche erste Mittel zur Fiebersenkung in der Schwangerschaft, doch bleibt die Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt wichtig.

Fieber nach Impfung: wann handeln?

Leichtes Fieber nach einer Impfung ist normal und kein Grund zur Panik. Treten jedoch hohes Fieber, starker Unwohlsein oder Zeichen einer allergischen Reaktion (Atemnot, Schwellungen, Ausschlag) auf, ist rasche medizinische Hilfe erforderlich.

Bei bekannten schweren Allergien gegen Bestandteile eines Impfstoffs sollte vor der Impfung eine allergologische Abklärung erfolgen, und die Impfung unter geeigneter Überwachung stattfinden.

Impfpass, Dokumentation und Organisation

Ein vollständiger Impfpass ist während der Schwangerschaft besonders nützlich. Er erleichtert dem Behandlungsteam die Bewertung des Immunstatus und die Planung notwendiger Auffrischungen oder Nachholungen.

Führen Sie Unterlagen mit zu Terminen und notieren Sie Datum, Impfstoff und Chargennummer. Diese Dokumentation ist hilfreich bei Rückfragen und im Falle seltener Nebenwirkungen.

Koordination mit Gynäkologie, Hausarzt und Impfzentren

Die beste Vorgehensweise entsteht im Dialog: Gynäkologinnen und Gynäkologen koordinieren oft die Impfberatung mit Hausärzten und regionalen Impfangeboten. Fragen zur Impfstoffwahl, zum Timing oder zur Kombinierbarkeit mehrerer Impfungen werden so zuverlässig geklärt.

Manchmal bieten Impfzentren spezielle Schwangeren-Sprechstunden an; lokale Angebote und Wartezeiten variieren, deshalb ist eine Terminabsprache ratsam.

Partner- und Haushaltsimpfungen: das Cocooning‑Konzept

Der Schutz des Neugeborenen beginnt im Familienumfeld: Sind Partner und enge Kontaktpersonen gegen Keuchhusten und Grippe geimpft, sinkt das Risiko einer Übertragung auf das Baby. Diese Strategie nennt man Cocooning und sie ergänzt die direkte mütterliche Immunisierung wirkungsvoll.

Eltern und Angehörige sollten ihren Impfstatus überprüfen und fehlende Impfungen auffrischen lassen. Besonders wichtig ist die Pertussis-Impfung für enge Kontaktpersonen, da Neugeborene selbst erst später aktiv geschützt werden können.

Mythen und häufige Sorgen

Eine der häufigsten Befürchtungen ist das Risiko von Fehlbildungen durch Impfungen. Umfangreiche Studien zu inaktivierten Impfstoffen und zu mRNA‑Impfstoffen haben keine Hinweise auf erhöhte Fehlbildungsraten erbracht. Nationale Gesundheitsbehörden fassen diese Befunde regelmäßig zusammen.

Behauptungen über Unfruchtbarkeit durch Impfungen sind wissenschaftlich nicht belegt. Solche Ängste lassen sich am besten mit klaren Informationen und einem offenen Gespräch mit der betreuenden Ärztin oder dem Arzt entkräften.

Spezialfälle: Allergien, Autoimmunerkrankungen, Immunsuppression

Bei bestehenden Allergien, Autoimmunerkrankungen oder einer immunsuppressiven Behandlung ist eine individuelle Risiko‑Nutzen‑Abwägung nötig. Viele Impfstoffe sind auch in diesen Situationen möglich, aber die Beratung sollte spezialisierter erfolgen.

Manche Impfungen sind bei schwerer Immunsuppression weniger wirksam oder kontraindiziert; deshalb sind Therapiegeschichte und Medikamentenstatus vor der Impfung zu prüfen.

Reisen in der Schwangerschaft: was ist zu beachten?

Reisen können neue Infektionsrisiken bringen und manchmal auch spezielle Impfungen erfordern, etwa gegen Gelbfieber. Bei Reisen in Risikogebiete sollte das Thema Impfschutz früh geplant werden, weil einige Impfstoffe mehrere Wochen für den Aufbau eines Schutzes benötigen.

Die Gelbfieberimpfung ist ein Lebendimpfstoff und wird in Schwangerschaftsfällen nur bei dringender Notwendigkeit gegeben, wenn ein hohes Expositionsrisiko besteht und kein Alternativplan möglich ist. Die Entscheidung sollte individuell und sachkundig getroffen werden.

Impfungen bei Komplikationen in der Schwangerschaft

Bei bestimmten Komplikationen — etwa Blutungsneigung, schwerer Präeklampsie oder lebensbedrohlichen Zuständen — wird die Impfentscheidung individuell getroffen. In akuten medizinischen Krisen stehen Stabilisierung und notfallmedizinische Versorgung im Vordergrund.

Ist die Situation stabiler, können Impfungen meist nachgeholt werden; eine enge Abstimmung mit dem betreuenden Team ist dann besonders wichtig.

Öffentliche Empfehlungen und Quellen

Nationale Gremien wie STIKO in Deutschland, die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formulieren evidenzbasierte Empfehlungen. Diese Institutionen prüfen Studien kontinuierlich und aktualisieren ihre Hinweise entsprechend.

Da sich Empfehlungen je nach Land und epidemiologischer Lage unterscheiden, ist es sinnvoll, sich an die lokale Gesundheitsberatung und an die betreuende Gynäkologie zu halten.

Vorteile für das Neugeborene: Antikörpertransfer und Schutz

Der Transfer maternaler IgG-Antikörper über die Plazenta ist ein natürlicher Mechanismus des Immunschutzes. Bei Impfungen gegen Pertussis und Influenza ist gut dokumentiert, dass dieser Transfer das Risiko von schweren Erkrankungen beim Säugling in den ersten Lebensmonaten senkt.

Der Grad des Schutzes hängt vom Zeitpunkt der Impfung und von individuellen Faktoren ab. Deshalb sind die empfohlenen Zeitfenster wichtig: Sie maximieren die Antikörperkonzentration im Blut des Neugeborenen zum Zeitpunkt der Geburt.

Konkrete Handlungsempfehlungen für werdende Eltern

Prüfen Sie frühzeitig Ihren Impfpass und sprechen Sie Impfbedürfnisse offen beim ersten Vorsorgetermin an. So bleibt ausreichend Zeit, Impfungen sinnvoll zu planen und gegebenenfalls vor der Schwangerschaft nachzuholen.

Notieren Sie Termine, bringen Sie Ihre Unterlagen mit und fragen Sie gezielt nach speziellen Empfehlungen für Ihren Fall — etwa bei Reisen, Vorerkrankungen oder geplanten Operationen.

Beispiele aus der Praxis

Eine Freundin von mir war während ihrer zweiten Schwangerschaft unschlüssig, ob sie die Pertussisimpfung wählt. Als sie hörte, dass die Klinik in ihrer Nähe kurz zuvor mehrere Neugeborene mit Keuchhusten betreut hatte, entschied sie sich für die Impfung in der 30. Woche — nach der Geburt blieben das Baby und die Mutter trotz Kontakt mit erkrankten Kindern unbehelligt.

Solche persönlichen Erfahrungen zeigen, wie sehr ein einziger Impuls das Sicherheitsgefühl stärken kann. Ich selbst habe miterlebt, wie klarer Informationsaustausch Unsicherheit reduziert und Entscheidungen erleichtert.

Kurze Übersichtstabelle: Impfungen, Empfehlung und Timing

Impfungen in der Schwangerschaft: Empfehlungen. Kurze Übersichtstabelle: Impfungen, Empfehlung und Timing

Die folgende Tabelle fasst die gängigsten Impfungen und ihre übliche Bewertung in Schwangerschaftssituationen zusammen. Die Tabelle ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, sie dient als kompaktes Nachschlagewerk.

Impfstoff Empfehlung (häufig) Typ / Timing
Influenza Empfohlen Totimpfstoff; während Grippesaison, meist ab 2. Trimester
Pertussis (Tdap) Empfohlen Inaktiviert; meist 28.–32. SSW (bei Frühgeburtsrisiko früher)
COVID‑19 (mRNA) Empfohlen/indiziert mRNA-Wirkstoffe; Timing variabel, Beratung erforderlich
Hepatitis B Bei Indikation Totimpfstoff; bei Risiko oder fehlendem Schutz
Pneumokokken / Meningokokken Bei Indikation Totimpfstoffe; individuelle Entscheidung
MMR / Varizellen Nicht empfohlen Lebendimpfstoffe; vor Schwangerschaft oder postpartum
Gelbfieber Nur bei hohem Risiko Lebendimpfstoff; Nutzen‑Risiko‑Abwägung bei Reise

Wie sich Impfschutz messbar macht

Impfungen in der Schwangerschaft: Empfehlungen. Wie sich Impfschutz messbar macht

Manche Frauen möchten vor der Impfung wissen, ob Antikörper bereits vorhanden sind. Serologische Tests können das in bestimmten Fällen klären, etwa bei unklarem Status für Hepatitis B oder Varizellen.

Ein routinemäßiger Antikörpertest vor allgemein empfohlenen Impfungen ist allerdings meist nicht nötig. Ihr medizinisches Team entscheidet anhand der Vorgeschichte und des individuellen Risikos, ob Tests sinnvoll sind.

Kostenübernahme und Zugänglichkeit

In vielen Ländern werden empfohlene Impfungen für Schwangere von den Krankenkassen übernommen. Die konkrete Kostenregelung hängt vom Gesundheitssystem ab; bei Unklarheiten hilft die Praxis oder die Krankenkasse weiter.

Regionale Impfangebote, Wochenendsprechstunden oder Impfzentren können die Zugänglichkeit erhöhen. Planen Sie rechtzeitig, damit Termine und Nachfragen koordiniert werden können.

Wissenschaftliche Überwachung und Forschungsstand

Die Sicherheit von Impfungen in der Schwangerschaft wird kontinuierlich überwacht: pharmakovigilante Systeme, spezialisierte Register und große Beobachtungsstudien liefern fortlaufend Daten. Diese Ergebnisse beeinflussen die Empfehlungen der Behörden.

Wissenschaftliche Studien zeigen für gängige, empfohlene Impfungen stabile Sicherheitsprofile und signifikante Schutzwirkungen für Mutter und Kind. Dennoch werden neue Befunde zeitnah in die Praxis umgesetzt.

Praktischer Ablauf einer Impfung in der Schwangerschaft

Vor jeder Impfung erfolgt eine kurze Anamnese: Allergien, Vorerkrankungen, aktuelle Beschwerden und der Impfpass werden geprüft. Anschließend wird der Impfstoff verabreicht; Nachbeobachtung in der Praxis dauert meist 10–15 Minuten, um akute Reaktionen zu erkennen.

Notieren Sie Datum und Impfstoff in Ihrem Pass und informieren Sie die Hebamme sowie die betreuende Ärztin oder den Arzt über die erfolgte Impfung. So bleibt das gesamte Team informiert und kann mögliche Nebenwirkungen besser einordnen.

Kommunikation: wie Sie das Gespräch mit Ihrem Behandlungsteam führen

Bereiten Sie Fragen vor: Was ist der erwartete Nutzen? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wie ist das Timing zu anderen Maßnahmen? Kurze, konkrete Fragen helfen, gezielte Antworten zu bekommen.

Bitten Sie um Quellen oder Merkblätter, wenn Sie tiefer lesen möchten. Seriöse Praxen geben gern Informationsmaterial mit verlässlichen Quellenangaben an die Hand.

Abschließende Hinweise und Ausblick

Impfen in der Schwangerschaft ist ein effektives Instrument, um Mutter und Säugling vor schweren Infektionen zu schützen. Die wichtigsten Impfungen sind gut erforscht und werden von Gesundheitsbehörden empfohlen, wenn individuelle Umstände dies zulassen.

Ein offenes Gespräch mit dem betreuenden Team, die Prüfung des Impfpasses und die Berücksichtigung persönlicher Risikofaktoren führen zu durchdachten Entscheidungen. So lässt sich in vielen Fällen ein spürbares Sicherheitsnetz für die erste Zeit mit dem Neugeborenen aufspannen.